Prozessoptimiertes kooperatives Notfallmanagement für Wasserinfrastrukturen - Information

Prozessoptimiertes kooperatives Notfallmanagement für Wasserinfrastrukturen

Zusammenfassung

Untersuchungen vergangener Hochwasserkatastrophen haben im Notfallmanagement ungeklärte Verantwortlichkeiten, unklare Abläufe und mangelndes Informationsmanagement festgestellt. Dies führte zu erheblichen Koordinationsproblemen und Informationsdefiziten in den Katastrophenschutzstäben, denen durch die Entwicklung informationstechnologischer Instrumente begegnet werden soll. Allerdings vernachlässigt die bisherige Unterstützung der Stäbe eine explizite Einbeziehung der Handlungs¬abläufe, die durch die Katastrophenschutzstäbe zur Erfüllung ihrer Aufgaben durchgeführt werden.

Daher war es das Ziel des Transferprojektes ein prozessoptimiertes, kooperatives Notfallmanagementsystem für Katastrophenschutzstäbe zu entwickeln, das auf Basis formaler Prozessmodelle den Informationsfluss in den Stäben und zu externen Beteiligten steuert, und den Stabsmitgliedern ablauforientiert für ihre Aufgaben entscheidungsunterstützende Informationen und Auswertungen zur Verfügung stellt.

Die prototypische Implementierung realisiert eine Ablauf- und Informationssteuerung für Aufgaben der Katastrophenschutzstäbe durch die Ausführung der entwickelten Prozessmodelle. Mit der Integration eines entwickelten prozessfähigen webGIS sowie von Geoservices wurde eine ablauforientierte Bereitstellung von geographischen Informationen und entscheidungsunterstützenden Auswertungen erzielt. Über die entwickelten Mechanismen können u.a. Ergebnisse aus hydrodynamischen Wasserausbreitungsberechnungen infolge von Deichbrüchen abgerufen und ablauforientiert bereitgestellt werden. Die Einbindung externer Beteiligter in den Ablauf der Maßnahmenplanung wurde durch eine prozessgesteuerte Generierung von Benachrichtigungen mit relevanten Text- und Karteninformationen erreicht. Die automatisierte, kontrollierbare Versendung findet multi-modal, d.h. über verschiedene Kommunikationsmittel (E-Mail, Fax, Webformulare) statt und erlaubt eine medienbruchfreie Rückmeldung an das System.

Mit den in dem Transferprojekt weiterentwickelten Methoden werden den Mitgliedern der Katastrophenschutzstäbe, stabsintern und stabsübergreifend, nach fachlicher und zeitlicher Abfolge der einzelnen Tätigkeiten, die verfügbaren Informationen und entscheidungsunterstützenden Auswertungen bereitgestellt, die sie zur Durchführung ihrer Aufgaben benötigen. Beteiligte externe Organisationen werden ablauforientiert, automatisch und multi-modal mit generierten Text- und Karteninformationen versorgt. Dies trägt dazu bei, die Anleitung der Stabsmitglieder in ihren Aufgaben zu stärken, die Einhaltung von Anfrage- und Informationswegen zu verbessern und die Koordination zu steigern, um eine effektivere Vorbereitung und Durchführung von Katastrophenabwehrmaßnahmen zu erreichen.

Dokumente

Projektflyer

Partner

BGS Umwelt GmbH
BGS Umwelt GmbH
Fachdienst Gefahrenabwehr, Kreis Groß-Gerau
Fachdienst Gefahrenabwehr, Kreis Groß-Gerau
Amt für Gefahrenabwehr, Kreis Bergstraße
Amt für Gefahrenabwehr, Kreis Bergstraße
Institut für Datenbanken und Informationssysteme, Universität Ulm
Institut für Datenbanken und Informationssysteme, Universität Ulm
Aristaflow GmbH, Ulm
Aristaflow GmbH, Ulm