Transferbereich aus dem DFG-Schwerpunktprogramm 1103 - Pojektbeschreibung

Beschreibung des Transferbereichs zur Übertragung der Forschungsergebnisse des DFG-SPP 1103 „Vernetzt-kooperative Planungsprozesse im Konstruktiven Ingenieurbau“ in die Bauwirtschaft

 

Vor dem Hintergrund der intensiven Globalisierung von Wissenschaft und Technik im Bauwesen und der Bedeutung leistungsstarker Kooperationsmethoden für die Wirtschaft und Verwaltung in Computer-Netzwerken konnte das DFG-Schwerpunktprogramm 1103 „Vernetzt-kooperative Planungsprozesse im Konstruktiven Ingenieurbau“ wesentlich dazu beitragen, neue Kooperationsmodelle für die Fachplanung im Informationsverbund der Projektbeteiligten zu entwickeln, die kooperative Projektbearbeitung unter Nutzung verteilter Fachmodelle in Netzen zu ermöglichen und die Planungsprozesse des Konstruktiven Ingenieurbaus für die Nutzung neuer Prozessmodelle und verteilter Ressourcen umzugestalten.

Für das Schwerpunktprogramm wurden zur Exzellierung der Forschung im Bereich der vernetzt-kooperativen Planungsprozesse vier Forschungsschwerpunkte herausgebildet, deren Bearbeitung in interdisziplinären Arbeitsgruppen erfolgte:

  • Die netzwerkgerechte Modellierung der Planungs- und Ausführungsprozesse,
  • die Entwicklung und Integration verteilter Bauproduktmodelle,
  • die Gestaltung von effizienten Simulationsmethoden in raumzeitlich verteilten Szenarien und
  • der Einsatz der Agententechnologie als Modellier- und Applikationsparadigma zur Realisierung komplexer, verteilter und offener Softwaresysteme im Bauwesen.

Die konkreten, für die Bauwirtschaft geeigneten Forschungsergebnisse aus diesen Arbeits-gruppen sollen in Kooperation mit Praxispartnern durch Transferprojekte koordiniert in die Bauwirtschaft übertragen und erprobt werden. Diese Transferprojekte sind sachlich und zeitlich definierte Kooperationen zwischen Universitäten und Industrieunternehmen oder anderen Anwendern, die der Umsetzung und Überprüfung der prinzipiellen praktischen Realisierbarkeit („proof of principle“) von Ergebnissen und Erkenntnissen der wissenschaftlichen Grundlagen-forschung des SPP 1103 in der Praxis dienen. Die Gesamtheit der Transferprojekte bildet den Transferbereich.

Die Bauwirtschaft befindet sich in Deutschland seit langer Zeit in einer nachhaltigen Krise, die aufgrund des Kostendrucks in Folge der Globalisierung weiter verschärft werden wird. Um die Situation in der deutschen Bauwirtschaft deutlich zu verbessern, muss diesen Entwicklungen durch Erhöhung der Wertschöpfung mittels ingenieurwissenschaftlicher Innovationen begegnet werden. Ziel des Transferbereiches ist es deshalb, die Forschung und Entwicklung (F&E) in der Bauwirtschaft nachhaltig zu intensivieren.

Die vorhandenen Optimierungspotentiale in der deutschen Bauwirtschaft können durch den proaktiven Transfer der Forschungsergebnisse in die Praxis aktiviert werden. Die Einrichtung eines Transferbereiches bei der DFG soll diesen Prozess beschleunigen und die Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft unterstützen.

Dazu soll der Transferbereich auf die folgenden Schwerpunkte ausgerichtet werden, um die effektive Umsetzung der Forschungsergebnisse in die Baupraxis zu bewirken.

Fachdomänenintegration

Die entwickelten neuen informationstechnologischen Methoden sollen auf Probleme verschiedener Fachdomänen im Bauwesen übertragen werden. Daher können Kooperationspartner aus verschiedenen Fachbereichen des Bauwesens eingebunden werden, wie

  • Entwurfsplanung
  • Tragwerksplanung
  • Projektsteuerung
  • Klima, Anlagen- und Regelungstechnik
  • Brandschutz
  • Wasserwirtschaft
  • Abwassersysteme
  • Kraftwerksbau

Marktstrukturierung

Die geplanten Innovationen sollen auch stark in kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) hineingetragen werden, von deren Zukunft die deutsche Bauwirtschaft wesentlich abhängt, da sie über 80% des gesamten deutschen Umsatzes erwirtschaften (Jahr: 2003; Quelle: Hauptverband der deutschen Bauindustrie).

Die Projekte des Transferbereiches sind entsprechend aufgefordert, ihre Forschungsergebnisse möglichst breit in die Baupraxis hineinzutragen. Dabei wird sowohl der nachhaltige Einfluss der Forschungsergebnisse auf die Umgestaltung der Arbeitsprozesse in der Praxis als auch die Rückwirkung auf die Forschung im Bereich der Bauinformatik erwartet. So soll durch den Transferbereich eine beständige Zusammenarbeit von Praxis und Forschung im Bauwesen erreicht werden um die Bauwirtschaft am Standort Deutschland auf Dauer zu stärken.