SCOPE

Semantic Construction Project Engineering (SCOPE)

Hinsichtlich der Verwendung erneuerbarer Energien bieten Fassaden ein großes Potential. Durch die vorhandenen und weitestgehend ungenutzten Fassadenflächen können durch den Einsatz multifunktionaler Fassadenkomponenten insbesondere in stark besiedelten Gebieten Konversionsflächen geschaffen werden. Allerdings ist der Einsatz der hierfür notwendigen, multifunktionalen Bauteile mit aktuellen BIM-basierten Arbeitsmethoden komplex und aufwendig, weswegen sich die Nutzung von Fassadenflächen zur Energiegewinnung in Stadtbereichen bisher nicht großflächig durchsetzen konnte. Die Gründe für die Komplexität der Anwendung solcher Bauteile sind vielzählig, als Hauptpunkte sind aber die starke notwendige firmen- und disziplinübergreifende Kollaboration, die nicht vorhandenen oder ungenügend unterstützten digitalen Produktbeschreibungen und die Informationsflut, die durch solche komplexen Produkte entsteht und Planern die Übersicht über das Projekt aus bestimmten Sichten erschwert, zu nennen. Diese Herausforderungen werden zwar bei der Betrachtung multifunktionaler Bauteile besonders erkenntlich, betreffen prinzipiell aber den gesamten Bauprozess.

Im Forschungsprojekt SCOPE (Semantic Construction Project Engineering) werden Lösungen erarbeitet, die sich auf den Produkt- und Gebäudelebenszyklus beziehen. Im Zentrum dieser Lösungen steht eine applikationsunabhängige Datenhaltung, die eine Zusammenarbeit verschiedener Projektpartner unter Verwendung unterschiedlicher Software-Applikationen erleichtern soll. Hierzu werden Schemata für die Beschreibung von Produkt- und Projektdaten sowie Konzepte für eine dezentrale Datenhaltung (bspw. für einen Produktdatenkatalog) entwickelt. Um die Datensicherheit zu gewähren, werden diese mit einem Zugriffsrechtemanagementsystem versehen und Schnittstellen zum sicheren Datenaustausch definiert. Damit die Produkt- und Gebäudemodelldaten einfach genutzt werden können, werden Vorverarbeitungsroutinen zur Informationsreduktion und Datentransformation entworfen. Diese sollen modular aufgebaut sein, um eine hohe Wiederverwendbarkeit sowie ein weites Anwendungsfeld zu erlauben. Die entwickelten Methoden und Konzepte werden jeweils demonstratorisch umgesetzt und in Beispielprojekten eingesetzt. Aus diesen Testläufen gewonnene Erkenntnisse zu Verbesserungsmöglichkeiten werden im Laufe des Projektes in Iterationsschritten für die Weiterentwicklung der Methoden berücksichtigt.

Das Forschungsprojekt wird gemeinsam von dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, dem Institut für Numerische Methoden und Informatik im Bauwesen der Technischen Universität Darmstadt und der Ed. Züblin AG bearbeitet. Zudem werden assoziierte Partner aus den betrachteten Disziplinen sowie ITC Engineering GmbH & Co.KG zur Software-Entwicklung eingebunden.

Gefördert wird das Verbundvorhaben durch die Bundesrepublik Deutschland mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages als Zuwendungsgeber.