Kontextsensitives RFID-Leitsystem zur Navigation und Ortung von Einsatzkräften in Gebäuden

Kontextsensitives RFID-Leitsystem zur Navigation und Ortung von Einsatzkräften in Gebäuden

Kaleo Ortungssystem
Kaleo Ortungssystem

Das Ziel des Forschungsvorhabens „kontextsensitives RFID-Leitsystem“ ist die Entwicklung eines Ortungs- und Leitsystems von Einsatzkräften in großen Gebäuden mit Publikumsverkehr. Hierbei sollen sowohl die Standorte der Einsatzkräfte im Gebäude, als auch Informationen über Brandschutzanlangen und Gebäudetechnik im räumlichen Kontext zur aktuellen Position der Einsatzkräfte bereit gestellt werden.

Die hochsensible Technik von Brandmeldeanlagen bei großen Gebäudekomplexen als auch vermehrte Terrorwarnungen in Gebäuden mit öffentlichem Zugang, wie z. B. Flughäfen, führen zu zahlreichen Fehlalarmen. Diese nehmen mit steigender Größe von Gebäudekomplexen stark zu. Beispielsweise sind 90% der ca. 4000 Feuerwehreinsätze pro Jahr auf dem Frankfurter Flughafen Fehlalarme. Diese stellen einen enormen Zeit und Kostenaufwand dar. Ausgelöste Brandmelder müssen umständlich anhand von Papierplänen aufgesucht werden: dies erfordert viel Zeit, die im Ernstfall Menschenleben kosten kann. In Alarmsituationen müssen in sehr kurzer Zeit Gebäude geräumt und Einsatzkräfte koordiniert werden. Ein Überblick über die Positionen von Einsatzkräften in Gebäuden (indoor) ist für Einsatzleiter nahezu unmöglich.

Übungseinsatz am Frankfurter Flughafen
Übungseinsatz am Frankfurter Flughafen

Aus diesen Gründen ist es unbedingt erforderlich, neue Methoden mit mobilen Endgeräten (z.B. TabletPCs oder PDAs) für eine intelligente Unterstützung der Arbeitsabläufe von Einsatzkräften im Alarmfall vor Ort zu erforschen und Anforderungen an ein Indoor-Leitsystem zur Navigation und Ortung in Gebäuden zu definieren. Neueste Forschungsergebnisse und Techniken, wie Radio Frequency Identification (RFID), WLAN- oder Ultraweitband-Ortung ermöglichen mittlerweile grundsätzliche Methoden zur Navigation und Ortung von Personen innerhalb von Gebäuden. Hier herrscht allerdings dringender Weiterentwicklungsbedarf zur Nutzung für Einsatzkräfte in Alarmsituationen. Zur Navigation in Gebäuden sind Fachpläne zu digitalisieren und auf Gebrauchtstauglichkeit für den Einsatz vor Ort zu überarbeiten.

Innovativer Ansatz ist dabei, eine Lösung zur Navigation innerhalb von Gebäuden auf Basis von RFID und Funktechniken zu entwickeln, um einerseits die Ortung von Einsatzkräften zu ermöglichen und andererseits einsatzrelevante Daten für die Rettungskräfte im räumlichen Kontext (kontextsensitiv), z. B. Informationen über Notabschaltungsmöglichkeiten technischer Anlagen, Zutrittsberechtigungen und Zuständigkeiten, bereit zu stellen.

In einer ersten Phase soll ein RFID-Indoor-Leitsystem entwickelt werden, dass es ermöglicht die Position der Einsatzkräfte zu überwachen und auf digitalen Gebäudeplänen darzustellen. Diese Gebäudepläne können mittels einer zu entwickelnden integrierte Bestandsdokumentation der brandschutztechnischen Anlagen verwaltet werden: Gerade Flughäfen und andere Großbauten werden im Laufe des Lebenszykluses durch sich ändernde Nutzungsanforderungen fortwährend umgebaut, erweitert und modernisiert. Die Gebäudepläne und Beschreibungen der technischen Brandschutzeinrichtungen auf dem erforderlichen aktuellen Stand zu halten und an örtlich verteilten Brandmeldezentralen bereitzustellen, stellt einen sehr hohen Aufwand dar, der manuell kaum geleistet werden kann. Um dies zu ermöglichen soll das vom Antragssteller bisher erarbeitete Fachmodell Brandschutz (Brandschutztechnische Elemente plus Gebäude) so weiter entwickelt werden, dass erstens die Aktualisierung der Bestandsdokumentation der brandschutztechnischen Einrichtungen computergestützt erfolgt und zweitens im Alarmfall diese Informationen auf mobilen Endgeräten kontextsensitiv vor Ort zur Verfügung gestellt werden können.

Das Forschungsprojekt wurde gefördert durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) in Verbindung mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS).

Weitere Informationen finden sie auf der externen Projektseite.