Digitale Brandortforschung (DiBraFo)

Digitale Brandortforschung (DiBraFo)

Rekonstruktion von großen Bränden in Gebäuden mit computergestützten Methoden können die polizeilichen Ermittlungen unterstützen. In der Praxis erfassen derzeit Ermittler die erforderlichen Daten für die Aufklärung eines Brandes durch Notizen und Bildaufnahmen am Brandort. Hierbei sind die Notizen oft sehr subjektiv und lassen im nach hinein kaum eine neutrale und objektive Beurteilung des Brandhergangs zu, da es kein standardisiertes Erfassungs- und Datenhaltungssystem gibt.

Es ist ein neuer Ansatz erforderlich, welcher die erforderlichen Szenarien zur Rekonstruktion eines Brandereignisses systematisch erstellen und auswerten kann, um damit die Sachverständigen bei ihren Urteilsbildung zu unterstützen. Zudem soll durch diese Forschungsarbeit die Datenaufnahmen am Ereignisort sowie relevante Vorgänge bei der Untersuchung möglichst systematisch, standardisiert und automatisiert stattfinden, um die digitale Datenverarbeitung und Auswertung zu erleichtern. Diese Herangehensweise soll zur Verbesserung der Qualität von Ermittlungsberichten und zum besseren Vergleich ähnlicher Fälle dienen.

Des Weiteren soll in Rahmen dieser Forschung ein Algorithmus entwickelt werden, womit basierend auf den ermittelten Daten die in Frage kommenden Szenarien eingeschränkt werden können. Außerdem soll durch einen modellbasierten Ansatz die relevanten Daten in das Gebäudemodell integrieren werden, um die Erstellung der möglichen Szenarien zu vereinheitlichen und zu vereinfachen. Dieser Vorgang soll durch die Ansätze von „Building Information Modeling (BIM)“ realisiert werden. Der modellbasierte Ansatz soll auch die Möglichkeit bieten, anhand der Definition von Raumnutzung im Gebäudemodell die Erstellung der Brandszenarien zu standardisieren, welches in Rahmen von BIM umgesetzt werden kann.